Deep Work

DEEP WORK: In der neuen Normalität konzentriert, effektiv und zufrieden arbeiten

 

Arbeitstage ohne Ablenkung? Mehrere Stunden am Stück für ein Projekt? Tief einsteigen in eine komplexe Thematik? Für viele Menschen macht konzentriertes, inhaltliches Arbeiten nur einen Bruchteil des Arbeitstalltages aus. Das ist schade, denn häufig führen diese Arbeitsphasen zu besseren Ergebnissen und machen somit zufriedener.   

Davon profitieren nicht nur wir selber, sondern auch unser Team und das ganze Unternehmen.

 

Deep Work

Was ist Deep Work? 

Deep Work meint professionelle Aktivitäten in ablenkungsfreier Konzentration zu verrichten. Hier werden die kognitiven Fähigkeiten voll ausgeschöpft und auf das Ergebnis fokussiert. Dieser Weg bewirkt bedeutsame Arbeitsergebnisse – so der Informationprofessor Cal Newport, der den Begriff geprägt hat. 


Das Beste dabei: Deep Work macht glücklich! Nach der Flow-Theorie empfinden Menschen es als besonders bereichernd, Arbeiten zu unternehmen, die sie herausfordern. Zudem hilft Deep Work, schwierige Dinge schnell zu lernen. Bekannte „Deep Worker“ haben es vorgemacht: In reizarmer Umgebung sinnierten nicht nur Forscher wie Charles Darwin und Psychiater Carl Gustav Jung, auch von vielen Autor*innen und politischen Lenker*innen ist bekannt, dass sie sich in die Stille zurückzogen, wenn es größere Aufgaben zu durchdenken gab. Deep Work ist also eine langerprobte Strategie der Exzellenz! Gemeint ist damit nicht, die Arbeitszeit nur im stillen Kämmerlein zu verbringen oder strikt nur zu bestimmten „Telefonsprechzeiten“ zu kommunizieren. Gewinnbringend ist aber, mehr konzentrierte Arbeitsblöcke in den Arbeitstalltag zu integrieren und diese auch bei den Kolleg*innen zu akzeptieren. 

Doch warum fällt es heutzutage so schwer, konzentriert an einer Sache zu arbeiten?  Zunächst liegt dies an der Zunahme äußerer Reize, etwa der digitalen Kommunikation. Viele Menschen verbringen mehr als 60% ihrer Zeit mit elektronischer Kommunikation und Internetrecherche. Zu Coronazeiten im Homeoffice sogar deutlich mehr. Heute herrscht in vielen Unternehmen eine ungesunde „always-on“ Mentalität. Grund dafür ist das menschliche Bedürfnis nach schneller Lösung: Wenn wir auf Antworten warten müssen, können wir Dinge nicht sofort abschließen. Wir müssen besser planen. Die Kehrseite der Medaille: Viele Teammitglieder und Manager*innen bestreiten den Tag aus dem Posteingang oder in Updatemeetings und fühlen sich damit produktiv. Statt tief in Themen einzusteigen, mehrere Lösungsszenarien abzuwägen und zu durchdenken, checken sie immerzu den Posteingang, antworten adhoc und erleben dabei oft Stress, Irritation, Frust und Trivialität. Leider wird diese Art von Geschäftigkeit trotzdem mancherorts als Ausdruck von Produktivität missverstanden. 
Chronische Ablenkung und chronisches Multitasking können süchtig machen. Die Konzentrationsfähigkeit ist hier stark geschwächt. Ablenkung führt manches Mal zu schnellen, positiven Rückmeldungen, deshalb haben wir verständlicherweise oft den Drang, unsere Aufmerksamkeit auf etwas Oberflächliches, Leichtes zu lenken. So kämpfen viele den ganzen Tag gegen die Bestrebungen nach Ablenkung durch Essen, Schlafen, Pause machen, E-Mails checken, Social Media, im Internet surfen usw. an. 

Doch der Wille zu mehr Ausdauer und damit Konzentration ist wie Muskelkraft und kann trainiert werden. Selbstmanagement und Deep Work gelingt, wenn man es schafft, Routinen in den Arbeitsalltag einzubauen, die konzentriertes Arbeiten fördern. Dazu gehören auch die bewusste Reduktion oberflächlicher Arbeit (weniger Meetings, weniger E-Mails) und die Erlaubnis, auch mal vermeintlich unproduktiv zu sein. 

Wie kann Deep Work in Ihrem Arbeitsalltag aussehen?
 

  1. Organisieren und trainieren Sie Deep Work im Team und für sich selbst. Diskutieren Sie dazu, wie Sie alle mit wenig Anstrengung in konzentrierte Arbeitsphasen gelangen. Schauen Sie beispielsweise vor einer Deep Work Phase noch einmal in Ihre E-Mails und Ihren Kalender und fragen Sie sich, an was Sie noch denken sollten. Sammeln Sie erste Ideen und schreiben Sie diese Punkte auf. 
  2. Verständigen Sie sich im Team darüber, welche Orte für Deep Work besonders geeignet sind. Gibt es im Unternehmen Fokus-Büros oder können Sie zeitweise im Homeoffice arbeiten? Akzeptieren Sie, dass Ihre Kolleg*innen und Ihre Führungskraft in den Deep Work-Phasen nicht gestört werden und nicht an das Telefon gehen oder auf Chatnachrichten antworten.
  3.  Manche Teams probieren auch gemeinsame Arbeit im Stillen aus. Stellen Sie sich vor, Sie alle wären in einer großen „Besprechung“, nur dass jede*r für sich an einem Thema in voller Konzentration arbeitet. 
  4. Überlegen Sie, ob Sie abteilungsintern tage- oder stundenweise die Mailbenachrichtigungen und Chatfunktionen abstellen wollen. Ist das im Unternehmen akzeptabel? Überdenken Sie gemeinsam, ob zusätzliche Kommunikationskanäle wie Chats oder adhoc-Videocalls wirklich für alle im Team einen Mehrwert schaffen oder ob es Bereiche oder Zeiten gibt, in denen es diese nicht braucht, da sie nur ablenken. 
  5. Verabreden Sie gemeinsam oberflächliche Arbeiten und Anreize zu reduzieren. Abstimmungen und Meetings sind wichtig. Aber gibt es auch einen Anteil freier Zeitfenster?  
  6. Schlagen Sie vor Meetings mit einer „Stillen Minute“ zu beginnen. Einer stoppt die Zeit, alle bleiben ruhig sitzen und gehen in die Beobachtung. Sind Sie danach vielleicht sortierter und bereit, mit voller Konzentration in die Inhalte zu gehen?
  7.  Wenn Sie sich Ihre Zeit frei einteilen können, machen Sie bewusste Pausen von konzentriertem Arbeiten, z.B. in dem Sie Blöcke über den Tag einplanen, in denen Sie sich ablenken dürfen und oberflächliche Arbeiten erledigen. Denken Sie darüber nach, wann und wie oft Sie sich ablenken wollen. Unabhängig davon, wie viele Phasen der Ablenkung geplant sind: Die Deep Work-Phasen müssen frei davon sein. 
  8. Schalten Sie ab. Finden Sie Rituale zum Abschluss des Tages bzw. zum Umgang mit unerledigten Aufgaben. Tauschen Sie sich mit Kolleg*innen über Ihre Erfahrungen aus. Vielleicht gibt es einen Ort, an dem die unerledigte, weniger zeitkritische, Arbeit (symbolisch) gut verstaut werden kann oder es gibt einen Satz, den Sie (sich) abends sagen wie „Für heute ist meine Arbeit getan“. 

    Zum Weiterlesen sei hier empfohlen: Konzentriert arbeiten  von Cal Newport (2017)

Webinar 

Deep Work – Wie gelingt konzentriertes Arbeiten in einer Welt voller Ablenkung?

Donnerstag, 08.10.2020 | 11:00 Uhr 
Referent: Moritz Hagedorn 

Anmeldung über unser Kunden Login 
www.fuerstenberg-institut.de/kundenlogin.html

 


Moritz Hagedorn

Moritz Hagedorn

Berater, Fürstenberg Institut



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