Wohnen mit Service

Wohnen mit Service inklusive

Eine der stärksten Säulen im Pflegemarkt

Wohnen mit Service inklusive hat sich zu einer der stärksten Säulen im Pflegemarkt entwickelt und wird sowohl von ambulanten als auch klassischen stationären Betreibern zunehmend etabliert. Über 4.200 Einrichtungen werden z. Zt. In Deutschland betrieben. Darüber hinaus ist die Entwicklung entsprechender Häuser mit über 350 Bauprojekten aktuell stärker als im klassischen stationären Segment.

 

Was bieten Einrichtungen des „Service Wohnen für Senioren“

Trotz gesundheitlicher Einschränkungen autark leben – dies ist der große Wunsch fast aller Senioren. Statt eines Pflegeheims ziehen viele betagte Menschen den Umzug in eine Einrichtung des „Service Wohnen für Senioren“ vor. In allen Städten gibt es inzwischen solche Häuser, die früher unter „Betreutes Wohnen“ firmierten. Doch was muss man – auch als Angehöriger – beachten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

 

Was ist „Service Wohnen für Senioren“ eigentlich?

Das „Service Wohnen für Senioren“ besteht aus einer Kombination von einer Mietwohnung und unterschiedlichen Serviceleistungen. Die Wohnform ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten. Die Wohnungen und Eingänge sind barrierefrei, die Bäder sind in aller Regel auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Früher firmierte diese Wohnform unter „Betreutem Wohnen“, was fälschlicherweise eine umfangreiche Betreuung (wie in einem Heim) suggerierte. Davon kann beim „Service Wohnen“ keine Rede sein. Die Bewohner leben weitgehend autark und richten sich ihre Apartments abgesehen von der Küchenzeile selbst ein.

 

Für wen ist „Service Wohnen für Senioren“ geeignet?

Wer hier einzieht, sollte trotz gesundheitlicher Einschränkungen in der Lage sein, sich weitgehend selbst zu versorgen. Für Personen mit einem hohen Pflegegrad ist diese Wohnform ungeeignet. Bei Bedarf kann man Serviceleistungen, etwa ein warmes Mittagessen, dazu buchen. In den meisten Städten sind Standards vorgeschrieben, beispielsweise Hausmeisterleistungen, Hausnotruf oder Angebote zur Freizeitgestaltung. Zudem muss es eine Betreuungsperson geben, die regelmäßig vor Ort ansprechbar ist. Aber es gibt keine ständig abrufbaren persönlichen Helfer, die etwa Einkäufe erledigen oder pflegerische Aufgaben erfüllen.

 

Was passiert, wenn man in der Einrichtung doch pflegebedürftig wird?

In aller Regel kooperieren die Einrichtungen mit ambulanten Pflegediensten. Liegt ein entsprechender Pflegegrad vor, übernehmen die Kassen die Kosten komplett oder zumindest weitgehend. Entwickelt sich allerdings beispielsweise eine verstärkte Demenz, ist ein Umzug in ein Pflegeheim sehr sinnvoll.

 

Welche Anbieter gibt es?

Gemeinnützige Organisationen wie die Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband, das DRK oder die Diakonie betreiben viele Einrichtungen. Aber es gibt auch private Anbieter, die ihr Augenmerk auf eine eher vermögende Klientel richten.

 

Wie hoch sind die Kosten?

Dies variiert extrem. Viele Anbieter wenden sich gerade an Interessenten mit einem geringen Einkommen. In der inzwischen sehr teuren Stadt Hamburg werden beispielsweise 40 bis 50 Quadratmeter große Apartments für Monatswarmmieten von rund 500 Euro angeboten. Voraussetzung ist dann aber in der Regel ein sogenannter §-5-Schein, bestimmte Einkommensgrenzen dürfen also nicht überschritten werden.Allerdings verzeichnen zahlreiche dieser Häuser lange Wartezeiten. Im Luxussegment können Kosten zwischen 2000 und 6000 Euro entstehen, dafür punkten solche Häuser mit erstklassigen Lagen und viel Komfort, etwa einem Schwimmbad.

 

Was sollte man bedenken?

Grundsätzlich gilt: Die Entscheidung will reiflich überlegt sein. Geht es nur um barrierefreien Wohnraum sollte man prüfen, ob nicht auch ein Umbau der eigenen Wohnung in Betracht kommt – dafür gibt es hohe Zuschüsse, etwa für den Einbau einer behindertengerechten Dusche oder eines Treppenlifts. Es sollte immer bedacht werden, dass die Entscheidung nur schwer rückgängig gemacht werden kann. Ist die eigene Wohnung verkauft oder neu vermietet, gibt es keinen Weg zurück, wenn es einem in der neuen Einrichtung doch nicht gefallen sollte. Es ist wie immer eine Typfrage: Einerseits besteht die Gefahr der Vereinsamung in einem ungewohnten neuen Umfeld, andererseits können sozial aufgeschlossene Menschen in einem solchen Haus wertvolle neue Kontakte knüpfen.  

 

Welche Kriterien sind bei der Auswahl zu berücksichtigen?

Geschäfte, Ärzte und eine Grünanlage sollten fußläufig erreichbar sein. Im Idealfall bleibt man im gewohnten Quartier, wer weiter wegzieht, riskiert seine sozialen Kontakte. Unbedingt sollte man sich die Gemeinschaftsräume zeigen lassen. Wenn die eigene Mobilität eingeschränkt ist, ist eine gut sortierte hauseigene Bibliothek oder ein schönes Zimmer zum Kartenspielen umso wichtiger. Und: Wie gut und wie teuer sind Serviceleistungen wie ein Wäsche- oder Putzdienst. Wer nicht mehr selbst kochen möchte, sollte vorab testen, ob es im Haus oder in unmittelbarer Nähe einen preiswerten Mittagstisch gibt. Manche Einrichtungen halten Gästezimmer vor, die man günstig für ein oder zwei Nächte mieten kann. Ein großer Vorteil, wenn man regelmäßig Besuch von weiter entfernt lebenden Verwandten oder Freunden erwartet.

 

Worauf sollte man beim Vertrag achten?

Die Verbraucherzentrale rät, den Vertrag genau zu prüfen, möglichst von einem Fachmann. Dies gilt insbesondere, wenn Einmalzahlungen fällig werden oder ein Darlehen an die Einrichtung gewährt werden soll. Gute Einrichtungen bieten kurze Kündigungsfristen. Die strengen Vorschriften, die Bewohner von Pflegeheimen schützen, gelten in aller Regel nicht für "Service Wohnen für Senioren"- Einrichtungen. Bei Vertragsabschluss sollten Mietvertrag, Servicevertrag, Hausordnung sowie die aktuelle Preisliste für Wahlleistungen vorliegen. Die Pflege der Freiflächen, der Winterdienst sowie das Herausstellen von Müllbehältern sollten im Rahmen der Grundleistungen übernommen werden.

Fotocredits: FredFroese_iStock



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